Urlaubsreise.blog

Mit vielen Tipps für Tagesausflüge, Nah- und Fernreisen

Eine Rundreise durch die mystische Natur Islands

Tag 1: Reykjavik

Als wir kurz nach Mittag auf Island ankamen starteten wir sofort mit unserem Mietwagen in Richtung Blaue Lagune. Wir wollten zwar nicht baden, aber unbedingt das unbeschreibliche Blau der Lagune bewundern (das kann man auch, ohne Eintritt zu bezahlen). Den Rest des Tages hatten wir nur für Reykjavik reserviert. Nach dem Check-in im Hotel begannen wir unseren Rundgang an der Solfar-Skulptur mit atemberaubender Aussicht und gingen über die Harpa mit der wunderschönen Glasfasade und die alte Landakotskirkja Richtung Posthusstraeti. Das Städtchen hat uns mit seinen bezaubernden kleinen bunten Häuschen sofort in seinen Bann gezogen. Nach einem Stopp zum Abendessen im Jamie’s Italian (Reservierung nötig) in mitten dieser einzigartigen Szenerie besichtigten wir natürlich noch die berühmte Hallgrimskirkja. Trotz der fortgeschrittenen Uhrzeit war es immer noch taghell, was eine besondere Stimmung zauberte.

Solfar – Skulptur in Reykjavik

Tag 2: Golden Circle

Am zweiten Tag stand der berühmte Golden Circle auf dem Programm. Alleine die Anfahrt war schon sehr beeindruckend und wir legten mehrere Fotostopps ein! Die erste Besichtigung starteten wir bei bestem Wetter und Sonnenschein im wunderschönen Nationalpark Þingvellir am Wasserfall Öxararfoss, gingen durch die Allmännerschlucht zum Aussichtspunkt und über die Þingvallakirkja wieder zurück zum Parkplatz. Der zweite nicht weniger beeindruckende Stopp an diesem Tag war am Geysir-Feld Haukadalur, in dessen Mitte Strokkur etwa alle acht Minuten ausbricht. Auf dieses Schauspiel hatte ich mich schon lange gefreut und es ist wirklich ein unglaublich schönes und einmaliges Erlebnis, das man auf keinen Fall verpassen sollte. Den würdigen Abschluss unserer Besichtigungstour bildete der nicht mehr weit entfernte 30 Meter hohe Gullfoss-Wasserfall, der einfach nur traumhaft aussieht. Hier haben wir bestimmt eine ganze Stunde damit verbracht, den Wasserfall von allen Seiten zu bewundern. Da wir am nächsten Tag mit unserem Allrad mitten ins Hochland starten wollten fuhren wir zum Übernachten ins Highland Center Hrauneyja, das inmitten von tief beeindruckender Natur liegt. Die Fahrt dorthin führte uns vorbei an riesigen Gletschern, beeindruckenden Lavalandschaften und an surreal wirkenden blauen Flüssen. Im Hochlandcenter angekommen wurden wir mit allen nötigen Straßen- und Wetterinfos für den nächsten Tag versorgt.

Gullfoss Wasserfall

Strokkur Geysir

Tag 3: Landmannalaugar und Vik

Morgens um halb acht starteten wir bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen Richtung Landmannalaugar. Kurz hinter dem Hochlandcenter bogen wir schon auf eine sogenannte F-Straße (F208) ab, die man nur mit Allrad befahren darf, da sie quer durch eine fremdartige Lavalandschaft führt. Die Fahrt dauert ca. 1 Stunde (wenn man nicht wie wir hunderte Male stehen bleibt, um Fotos zu machen 😊) und beinhaltet unzählige tief beeindruckende Fotomotive.

Mitten in Islands Hochland

Nach etwa 45 Minuten kann man links einen kleinen Hügel hochfahren (dem Schild “Hnausar Pollur” folgen), der einen unbeschreiblich märchenhaften Ausblick und einen kleinen grünen See sein eigen nennen kann. In Landmannalaugar angekommen kann man vor einem kleinen Fluss parken oder wie wir den großen Parkplatz direkt hinter dem Fluß nehmen, wenn man sich die Flußquerung zutraut. Auf jeden Fall sollte man vorher einmal anderen Fahrern zusehen, damit man auch die richtige Fahrspur nimmt. Für unsere Wanderung in den bunt schimmernden Ryolithbergen haben wir uns den Gipfel des Blahnukur ausgesucht, den man als Rundtour in etwa drei bis vier Stunden bewältigen kann. Das Panorama und die Natur auf dieser Tour sind einfach nur atemberaubend – so etwas Schönes habe ich zuvor noch nicht gesehen. Hinter jeder Biegung schien sich eine neue unbekannte Welt zu öffnen.

Eine detaillierte Beschreibung dieser Wanderung findet ihr in unserem Gastbeitrag auf Nordlandblog.

Unterwegs in Landmannalaugar

Für den anschließenden Weg zu unserer nächsten Station Vik wählten wir die F225, die ebenfalls durch traumhafte Natur und eine kleine Furt führt, was zugegebenermaßen richtig Spaß gemacht hat. Wieder auf der Ringstraße angekommen legten wir einen kurzen Stopp beim Selljalandsfoss ein, bevor es weiter zum Kap Dyrholaey und nach Reynisdrangar ging. Nicht nur, dass die Natur hier wirklich magisch aussieht, man kann auch noch die unglaublich süßen Papageitaucher aus nächster Nähe bewundern! Allerdings sollte man dazu eher den späten Nachmittag wählen, da sie tagsüber hauptsächlich auf dem Meer unterwegs sind.

Strand in Vik

Tag 4: Skaftafell Nationalpark

Die Fahrt zum Skaftafell Nationalpark dauerte viel länger als geplant, da uns die bis fast an die Ringstraße reichende Gletscherlandschaft so begeisterte, dass wir immer wieder aus dem Auto ausstiegen, um die Landschaft zu bewundern.
Im Nationalpark angekommen konnten wir aus unzähligen Wanderwegen auswählen; wir haben uns einen Rundweg mit etwa vier Stunden entschieden, der am kleinen Wasserfall Svartifoss mit seinen schönen Basaltsäulen vorbei durch abwechslungsreiche Landschaft zum Aussichtspunkt Sjonarnipa führt, der beispiellose Ausblicke auf Europas größten Gletscher, den Vatnajökull bietet. Während wir hier bestimmt eine halbe Stunde die Aussicht genossen gab der Vulkan ein tiefes Grollen von sich! Von hier aus ging es dann über mehrere Stufen wieder zurück zum Parkplatz. Fährt man von diesem weiter Richtung Jökulsarlon kommt nach wenigen Metern links eine Abzweigung. Hier lohnt ein kurzer Stopp, da man das Ende einer Gletscherzunge aus nächster Nähe bestaunen kann.

Skaftafell Nationalpark

Tag 5: Jökulsarlon und der Weg in den Norden

Den Vormittag hatten wir an diesem Tag für eine Fahrt in der Gletscherlagune Jökulsarlon reserviert. Um möglichst weit in die Lagune fahren zu können haben wir die Zodiac Tour mit den kleinen Booten gebucht und das war die absolut richtige Entscheidung. Eingepackt in dicke Leihoveralls konnten wir leuchtend blaue und schwarze Eisberge, Eishöhlen und den mächtigen Gletscher bestaunen. Dieses außergewöhnliche Erlebnis werden wir bestimmt für immer im Gedächtnis behalten. Nach der Tour besichtigten wir auf der anderen Seite der Ringstraße noch den Diamond Beach, an dem vorbei viele kleine Eisberge des Gletschers ins offene Meer treiben.

Jökulsarlon Gletscherlagune

Nachmittags stand uns eine lange Autofahrt nach Akureyri bevor. Die sechs Stunden vergingen allerdings wie im Flug, da die Landschaft sich fast im Minutentakt veränderte und immer wieder phänomenale Eindrücke bot. Kurz vor unserem Ziel tauchte direkt neben der Straße noch der hübsche Wasserfall Godafoss auf, dem wir kurzerhand einen Besuch abstatteten. In Akureyri angekommen waren wir zwar ziemlich geschafft, ein Rundgang durch den süßen Stadtkern musste aber auf jeden Fall noch sein!

Islands Ostküste

Tag 6: Whale watching in Husavik

Ein weiteres Highlight unserer Reise stand bevor: Whale watching in Husavik! Wir waren drei Stunden auf dem Wasser und über zwei davon haben wir ununterbrochen verschiedene Wale gesehen – v. a. Buckelwale. Sogar ganze Gruppen tauchten immer wieder vor unserem Boot auf! Wir konnten unser Glück überhaupt nicht fassen. Auch die kleine Kirche im Ort ist wirklich sehenswert.

Whale watching in Husavik

Tag 7: Islands Norden

Rund um den wunderschönen Myvatn See gibt es unzählige Sehenswürdigkeiten, wie etwa die Pseudokrater in Skutustadir oder die Lavaformationen von Dimmuborgir, unter denen besonders die Kirkja sehenswert ist. Auch die große Felsspalte inklusive der Höhle Grjotagja, die eine heiße Quelle beinhaltet war uns einen kurzen Stopp wert, da es fast kein Umweg war. Mehr Zeit hatten wir für das äußerst beeindruckende (und ebenso stinkende) Solfatarenfeld Hverir eingeplant. Die Wanderung auf den dort angrenzenden Namafjall ließen wir allerdings ausfallen, da der Weg an vielen Stellen ausgesetzt und sehr schwierig ist; der Urlaub sollte ja nicht mit einem Beinbruch enden! Das hieß allerdings auch, dass wir wieder den gleichen Weg zurück durch die stinkenden Felder nehmen mussten 🤢. Aber die Schönheit des Solfatarenfeldes war diese Qual allemal wert.

Namafjall

Statt der Wanderung haben wir uns dafür entschieden, doch noch weiter zum Dettifoss zu fahren, was sich als ausgezeichnete Idee erwies. Europas größter Wasserfall ist ohne Zweifel tief beeindruckend und wunderschön! Alleine der kurze Fußweg zum Wasserfall ist die Anfahrt schon wert.

Dettifoss

Tag 8: Kerlingarfjöll

An unserem letzten Tag starteten wir früh morgens, da wir nicht auf der Ringstraße zurück zum Flughafen in Reykjavik fahren wollten, sondern über die Hochlandstraße F35, die zwischen zwei beeindruckenden Gletschern verläuft. Das dauert zwar ca. drei Stunden länger ist aber landschaftlich wesentlich eindrucksvoller. Auf dem Weg hielten wir in Hveravellier, um die heißen Quellen zu bewundern, die auch schön sind, wenn man nicht baden möchte. Der Hauptgrund für die Fahrt über das Hochland war allerdings das Hochtemperaturgebiet Hveradalir im Kerlingarfjöll, das man etwa bei der Hälfte der Strecke erreicht, wenn man links in die F347 abbiegt. Um das Kerlingarfjöll zu erreichen fuhren wir an dem Hochlandcenter an der F347 links vorbei die steile Straße entlang. Die Ausblicke auf diesem Teilstück des Weges waren wirklich unglaublich.  Oben angekommen standen wir plötzlich vor einer Landschaft, die wirklich einen besonderen Zauber hat und die lange Fahrt auf jeden Fall rechtfertigt. Die leuchtenden Farben der Berge und die dampfenden Quellen erschaffen eine einmalig schöne Landschaft! Was für ein würdiger Abschluss dieser beeindruckenden Reise.

Kerlingarfjöll

Da uns anschließend noch genügend Zeit bis zum Abflug blieb wanderten wir kurz vor Reykjavik bei Hveragerdi noch zu einem warmen dampfenden Fluss inmitten eines Thermalgebietes (ca. zwei Stunden). Leider überraschte uns auf dem Rückweg der Regen (das einzige Mal während unseres Urlaubs). Dennoch war es eine gelungene Wanderung. Zum Abendessen hatten wir uns die Elfenhauptstadt Hafnarfjördur ausgesucht, in der Straßen um Lavafelsen herumgebaut werden, da diese als Wohnsitz der Elfen gelten. Auch der kleine Park aus Lavafelsen ist einen kurzen Abstecher wert. In der untergehenden Sonne machten wir uns tief beeindruckt von diesem wunderschönen Land gegen Mitternacht auf zum Flughafen.

Hier geht es zur Reiseplanung.

 

Mit diesem Artikel nehmen wir Teil an der Blogparade von wiraufreise.de

  1. Bei Island ist es echt so, egal wo Du hin gehst es ist absolut zauberhaft.
    LG Heike

  2. Liebe Tina,
    was für ein toller Beitrag und Hut ab zu den Bildern! Eines schöner als das andere! Island steht auch auf unserer “Liste”, allerdings schreckt mich der Massenansturm etwas ab. Wie waren eure Erfahrungen dahingehend?
    LG
    Charnette

    • Bettina Kainz

      Liebe Charnette,
      vielen vielen Dank.
      Reykjavik und der Golden Circle sind schon wirklich sehr überlaufen aber unbedingt sehenswert. Im Hochland waren wir immer fast ausnahmslos das einzige Auto auf der Straße und im Norden der Insel hielt sich der Tourismus auch in Grenzen.
      LG
      Tina

  3. Hallo hallo aus Singapur!
    Bin über Charnettes Blitzparade hier gelandet 🙂

    Ein sehr schöner und ausführlicher Bericht.
    Ich liebe eure Fotos. Und ich kenn das, wenn sich ein Weg aufgrund der Fotopausen verlängern kann 😀
    Bei Jamie’s Italian musste ich schmunzeln, habe so oft davon gelesen und das auch in Singapur gefunden. Der scheint sich ja überall eingenistet zu haben, hihi.
    Die Gletscherlagune finde ich sehr beeindruckend und auch das Whale Watching.
    Da habt ihr echt tolle Sachen erlebt, Wahnsinn!

    Liebe Grüße aus Singapur 🙂
    Michelle

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