Nachdem wir den Grenzübergang bei Eilat überquert hatten wurden wir direkt hinter dem Ausgang schon von geschäftstüchtigen Taxifahrern erwartet, die versuchten, uns die kurze Fahrt nach Aqaba für teures Geld zu verkaufen 🤣. Nach kurzem Feilschen landeten wir schließlich doch bei 15€ für zwei Personen, was in etwa dem Normalpreis für die Strecke entspricht. Alle wichtigen Infos und Kosten für den Grenzübertritt findet ihr im Übersichtsartikel zu unserer Rundreise. In Aqaba angekommen holten wir unseren jordanischen Mietwagen* ab und machten uns auf den Weg nach Wadi Musa. Die Landschaft um uns herum war einfach märchenhaft. Zuerst fuhren wir durch eine in vielen Farben schimmernde Bergwelt, die schließlich von einer surreal wirkenden Wüstenlandschaft abgelöst wurde. Kurz bevor wir Wadi Musa erreichten blieben wir mehrmals stehen, um Fotos zu machen, da das Panorama über das Bergland von Edom, in dem auch Petra liegt so schön war, dass wir es kaum fassen konnten. So erreichten wir mit etwas Verzögerung 🤣 die Stadt Wadi Musa, die aus unzählbar vielen Gässchen und bunten kleinen Häusern besteht, die sich an die Berghänge schmiegen. Von unserem Balkon hatten wir einen wunderschönen Blick über die Stadt und den Sonnenuntergang.

Weltkulturerbe Petra
Weltkulturerbe Petra

Petra – die geheimnisvolle Schöne

Da wir am nächsten Morgen schon um viertel vor sechs das Hotel verließen, also vor dem Frühstücksbuffet, wurden wir mit einer großen Lunchbox und Getränken ausgestattet 😍. Pünktlich um sechs Uhr morgens kauften wir als eine der ersten unsere Tickets. Da wir eine Nacht in einem Hotel* in Jordanien verbracht hatten mussten wir statt 90 JOD „nur“ 50 JOD (ca. 65€) pro Person bezahlen.

Tipp: Hebt euch das Ticket von Petra unbedingt auf, da ihr so in Verbindung mit zwei Übernachtungen in Jordanien bei der Ausreise über Aqaba die Visagebühren erlassen bekommt!

Tipp: Nehmt an der Kasse eine Karte der Felsenstadt mit oder fotografiert das große Schild mit allen Wegen nach dem Eingang links! 

Das frühe Aufstehen hat sich in vielerlei Hinsicht mehr als gelohnt. Vor allem waren die wirklich sehr nervigen Locals, die einem unbedingt dazu überreden wollen, auf einem der bemitleidenswerten Pferde oder Esel zu reiten, erst in geringer Anzahl vorhanden (als wir nachmittags Petra wieder verließen sahen wir nicht nur einmal Locals mit Touristen streiten!). Auch die Temperaturen waren noch sehr angenehm und das Beste: wir hatten die Anlage fast für uns alleine!

Kurz nach dem Eingang erschienen schon die ersten eindrucksvollen Bauten der Nabatäer und nach etwa 900 Metern erreichten wir den Siq, die etwa 600 Meter lange und wunderschöne Schlucht, durch die man die einzigartige Ausgrabungsstätte Perra erreicht. Wir konnten es kaum erwarten, endlich den weltberühmten Blick aus dem Siq auf das Schatzhaus der Nabatäer zu werfen und plötzlich und ganz unvermittelt war es soweit. Wie aus einer anderen Welt stammend erschien das  meisterhafte Bauwerk zwischen den Felswänden – ein unbeschreibliches Gefühl und der absolute Höhepunkt unserer Rundreise!

Der erste Blick auf das Schatzhaus der Nabatäer
Der erste Blick auf das Schatzhaus der Nabatäer

Nach einer kurzen Frühstückspause inmitten dieser herrlichen Umgebung gingen wir die Fassadenstraße entlang und bogen gegenüber dem Amphitheater rechts vom Hauptweg ab, um die eindrucksvollen Königsgräber zu besichtigen. Über die byzantinische Kirche gingen wir mit herrlichen Ausblicken auf die Ausgrabungsstätte und das umliegende Bergland wieder hinunter zum Qasr al-Bint, dem Haupttempel von Petra. 

Von hier aus führten uns 800(!) Stufen in knapp 45 Minuten nach oben zum größten Bauwerk der Anlage, zum Ad Deir Kloster. Die Anstrengung hat sich mehr als gelohnt, der Anblick des monumentalen Gebäudes war absolut jede Mühe wert!

Ad Deir Kloster in Petra
Ad Deir Kloster in Petra

Tipp: Spätestens für diesen Weg braucht man gutes Schuhwerk! Man sollte also für den Besuch von Petra trotz der Hitze die Flip Flops zuhause lassen. 

Glücklich darüber, dass wir uns nach einigem Überlegen doch noch für einen Besuch des Klosters entschieden hatten liefen wir die Stufen wieder nach unten. Mittlerweile hatten schon fast alle Souvenirgeschäfte entlang des ganzen Weges geöffnet und es kamen uns auch immer mehr Menschen entgegen. Wieder beim Haupttempel angelangt gingen wir vorbei am Großen Tempel über die Säulenstraße zurück zum Ausgangspunkt, dem Schatzhaus. Der große Platz davor war mittlerweile mit Menschenmassen überfüllt und wir waren sehr froh, dass wir mit unserer Besichtigung bereits am Ende waren. Am Ende unserer Besichitgungstour angelangt setzten wir uns in ein Café und ließen die fantastischen Eindrücke nochmal kurz Revue passieren. Gegen ein Uhr verließen wir Petra und fuhren zum letzten Abenteuer unserer Rundreise. 

Wadi Rum – Besuch einer großartigen und bizarren Landschaft

Bei der Ankunft in Wadi Rum mussten wir uns zuerst am Visitor Center anmelden und die Eintrittsgebühr in Höhe von 5 JOD pro Person bezahlen. Wir wurden gefragt, in welchem Camp wir die Übernachtung gebucht hatten, damit der Inhaber informiert werden konnte, um uns abzuholen. Hörte sich toll an, funktionierte nur leider nicht so ganz 🤣. Unser Camp war ziemlich neu und es dauerte lange, bis wir dann endlich abgeholt wurden, weil niemand die passende Telefonnummer hatte. 

Wadi Rum Wüste
Wadi Rum Wüste

Nachdem wir endlich unsere Unterkunft mitten in Wadi Rum erreicht hatten wurden wir im Gemeinschaftszelt schon mit dem landestypischen Tee erwartet. Nach einer kurzen Verschnaufpause ging auch schon unsere mehrstündige Wüstentour los, die wir ganz unkompliziert beim Tee ausgehandelt hatten 🤣. 

Tipp: Eine Tour durch die Wüste mit dem eigenen Wagen ist nicht erlaubt, man kommt also um eine geführte Tour nicht herum. Es ist aber nicht nötig, diese vorab zu buchen, da jedes Camp die Touren kurzfristig organisieren kann. Wenn ihr nur einen Tagesausflug geplant habt ist man euch im Visitor Center bei der Buchung gerne behilflich (kostet allerdings mehr). Man kann sich mit anderen Touristen aber auch einen Guide teilen. Je mehr Personen auf einer geführten Tour sind, desto günstiger wird es für den Einzelnen.

Die Wüstenlandschaft von Wadi Rum mit den immer wieder plötzlich auftauchenden Bergen wirkte absolut unrealistisch auf uns. Egal wohin wir schauten, wir waren von der Natur und den besonderen Farben einfach nur begeistert. Unser Fahrer zeigte uns mehrere besonders schöne Stellen in der Wüste (einschließlich Felszeichnungen), schickte uns barfuß auf Sanddünen, erklärte uns, wie die Beduinen Seife aus Pflanzen herstellen und brachte uns in ein Beduinencamp zum Tree trinken. Zum Abschluss des Tages durften wir auf einem Felsen sitzend einen absolut magischen Sonnenuntergang genießen!

Felszeichnungen in Wadi Rum
Felszeichnungen in Wadi Rum

Tipp: In der Wüste wird es nachts empfindlich kalt – Pullover nicht vergessen!

Schon am nächsten Morgen ging es zurück nach Tel Aviv, wo wir den Nachmittag in Jaffa und am Strand verbrachten, um tags darauf zurück nach München zu fliegen.

*Affiliate-Link: wenn du hier auf unsere Empfehlung ein Hotel oder einen Mietwagen buchst erhalten wir einen kleinen Anteil als Provision.