Die Pyramiden von Kairo gehören zu den ältesten Bauwerken der Menschheit. Sie sind das einzige der sieben Weltwunder aus der Antike, das heute noch existiert. Alleine schon wegen der Faszination der Pyramiden wollten wir unbedingt die Stadt in Ägypten besuchen. Aber es gibt noch viel mehr Sehenswürdigkeiten Kairo, die wir alle in der Karte markiert haben. Du kannst Kairo übrigens auch wunderbar mit einer Nilkreuzfahrt verbinden.
Kairo ist eine Stadt in Ägypten, die niemals schläft. Es ist ständig laut, chaotisch und unglaublich schmutzig. Auch der Verkehr ist scheinbar völlig ohne Regeln. Auf einer Straße mit drei Spuren wird in fünf Spuren gefahren. Einbahnstraßen sind anscheinend nur Empfehlungen. Zwischen den Autos befinden sich Fußgänger und Eselskarren auf der Straße. Und blinken wird völlig überbewertet. Wir haben uns für die Besichtigung der Sehenswürdigkeiten Kairo deswegen ganz einfach immer eine Tour* gebucht oder den Fahrdienst Uber benutzt. Ein Guide hat übrigens nicht nur den Vorteil, dass man auch viel Interessantes erfährt. Man wird dann auch nicht ständig von Verkäufern und Bettlern angesprochen.
Gizeh – Das Herz der Ewigkeit
Plateau von Gizeh
Es gibt wenige Orte auf der Welt, die so tief in der Geschichte verankert sind wie die Pyramiden von Gizeh. Als wir von unserem Hotelzimmer aus den ersten Blick auf die monumentalen Bauwerke werfen konnten, konnten wir kaum fassen, das letzte der ursprünglichen sieben Weltwunder direkt vor uns zu sehen. Obwohl wir erst um drei Uhr morgens im Hotel ankamen und einen anstrengenden Tag vor uns hatten, standen wir bestimmt eine halbe Stunde auf dem Balkon. Die Pyramiden von Gizeh sind schließlich ohne Frage das Highlight unter den Sehenswürdigkeiten Kairo.
Am nächsten Tag bestaunten wir die Pyramiden dann aus der Nähe. Am beeindruckendsten ist natürlich die Pyramide von Cheops. Sie ist mit einer ursprünglichen Höhe von 139 Metern einfach überwältigend. Es ist kaum vorstellbar, wie diese Pyramiden ohne moderne Maschinen vor mehr als 4.500 Jahren erbaut werden konnten.
Die beiden anderen Pyramiden sind kleiner. Aber nicht weniger faszinierend. Die Chephren-Pyramide misst stolze 136 m und die von Mykerinos immerhin noch 61 m. Neben den Pyramiden befindet sich die mystische Sphinx. Halb Mensch, halb Löwe blickt sie geheimnisvoll auf die Wüste. Ihre Geschichte ist von zahlreichen Mythen umrankt und der Anblick dieser einzigartigen Figur war ein unvergessliches Erlebnis.

Tipps & Infos
Tipps: Wenn du auch in den inneren Gang der Pyramide gehen möchtest, muss du dir am Haupteingang ein extra Ticket dafür kaufen. Es gibt aber keine Malereien an den Wänden zu sehen, sondern nur den nackten Stein. Und der Andrang ist riesig. Wir sind stattdessen in die Knickpyramide von Dashur gekrabbelt. Da sind wesentlich weniger Menschen. Du solltest aber wissen, dass die Gänge dort sehr eng sind! Uns hat es aber riesigen Spaß gemacht.
Auf dem Gelände verkehren kostenlose Shuttle-Busse. Sie verbinden den Haupteingang mit einem Aussichtspunkt, den Pyramiden, der Sphinx und dem Eingang neben der Sphinx. Professionelle Kameras sind nicht erlaubt! Wenn du auf einem Kamel reiten möchtest, achte bitte unbedingt darauf, dass das Tier gesund aussieht. Denn Kamele werden von ihren Besitzern in Kairo oft schlecht behandelt.
Auf den Spuren der frühen Christen – Das koptische Kairo
Zwischen den Mauern der Altstadt versteckt sich das koptische Viertel mit seinen engen Gassen und unzähligen Kirchen. Der Duft von Weihrauch hängt in der Luft. Hier befindet sich auch die hängende Kirche aus dem 3. oder 4. Jhd. Sie ist eine der ältesten und schönsten Kirchen in Kairo. Ihr Name leitet sich von ihrer Bauweise ab: Sie wurde über einem der Türme der römischen Festung Babylon errichtet, sodass sie förmlich über dem Boden hängt. Besonders beeindruckend ist die Holzdecke in Form eines umgekehrten Schiffsrumpfes, die an die Arche Noah erinnern soll. Und auch die aufwändig verzierte Ikonostase ist ein Traum.
Noch eine weitere der Sehenswürdigkeiten Kairo musst du im koptischen Viertel unbedingt besuchen. Die Kirche St. Sergius und Bacchus. Schon der Eingang ist sehenswert. Da heute das Niveau der Straße höher ist als zur Bauzeit, musst du nämlich zur Tür eine Treppe nach unten laufen. Der Ort, an dem die Kirche steht, hat außerdem eine tiefe religiöse Bedeutung: Nach der Überlieferung soll die Heilige Familie – Josef, Maria und Jesus – während ihrer Flucht vor König Herodes hier Zuflucht gefunden haben. Eine Krypta unter der Kirche markiert angeblich den Platz, an dem sie sich aufgehalten haben soll. Diese Stätte wird von vielen Gläubigen als Wallfahrtsort verehrt.

Im Reich der Kalifen – Das fatimidische Kairo
Ein paar Straßen weiter erwacht das Leben mit einer Wucht, die fast berauscht. Das fatimidische Kairo ist ein Wirbel aus Stimmen, Düften und Farben. Auf der Al-Muizz-Straße reihen sich Jahrhunderte aneinander wie Perlen an einer Kette. In den engen Gassen befinden sich neben eindrucksvollen Moscheen gleich mehrere der Sehenswürdigkeiten Kairo.
Betreten haben wir das fatimidische Kairo über das Stadttor Puerta Bab Al Futuh. Hier stehen auch noch Reste der Stadtmauer. Unser Weg führte uns vorbei an alten Wohnhäusern mit herrlich geschnitzten Balkonen bis zum osmanischen Sabil und Kuttab Khusraw Pasha. Dabei handelt es sich um einen öffentlichen Brunnen verbunden mit einer Koranschule aus dem 16. Jhd.
Das Highlight unter den Sehenswürdigkeiten Kairo in diesem Viertel ist natürlich der Basar Khan Al Khalili. Selbst wenn die Waren auch oft aus China stammen. Aber die Atmosphäre ist einfach nur bezaubernd. Mit seinen engen Gassen, goldenen Lampen und dem unverwechselbaren Duft von Gewürzen, Kaffee und Parfüm verkörpert er das lebendige Erbe des islamischen Kairo.
Unweit des belebten Khan-el-Khalili-Basars erhebt sich eines der beeindruckendsten Bauwerke der spätmamlukischen Epoche. Der Sultan-al-Ghuri-Komplex. Dieses monumentale Ensemble aus Moschee, Koranschule, Mausoleum und Brunnen wurde Anfang des 16. Jhd. errichtet. Die Fassade ist reich mit geometrischen Mustern, farbigem Marmor und kalligrafischen Inschriften geschmückt.
Zum Abschluss lohnt sich der Besuch des Bab Zuweila. Ein Stadttor aus der Zeit der Fatimiden, von dem aus du einen herrlichen Blick über die Altstadt hast!
Die Ibn-Tulun-Moschee – Ort der Stille
Die schlichte Ibn-Tulun-Moschee aus dem 9. Jhd. hat uns von der ersten Sekunde an verzaubert. Ihr gewaltiger offener Innenhof ist umgeben von Arkaden. Und besitzt einen hübschen Brunnen in der Mitte. So ist er vor allem von oben ein magischer Anblick. Vom Dach der Arkaden hast du übrigens auch einen unfassbar tollen Ausblick auf eine weitere der Sehenswürdigkeiten Kairo: die Mohammed Ali Moschee in der Zitadelle.
Ein einzigartiges Merkmal der Ibn-Tulun-Moschee ist ihr Minarett. Mit seiner außen verlaufenden Wendeltreppe. Das machte zwar den Weg nach oben zu einer Herausforderung, aber es hat sich mehr als gelohnt. Der Blick über die Stadt Kairo ist unvergesslich. Und mit der Zitadelle im Hintergrund auch wohl kaum zu übertreffen.

Die Zitadelle und die Mohammed Ali Moschee
Hoch oben auf der Zitadelle von Saladin aus dem 12. Jhd. lag uns die Stadt zu Füßen: ein endloses Meer aus Kuppeln und Dächern. Mitten in der mächtigen Festung erhebt sich die Alabastermoschee Mohammed Alis wie ein Märchen aus Stein. Eine weitere der schönsten Sehenswürdigkeiten Kairo. Uns hat sie an die blaue Moschee in Istanbul erinnert.
Als wir den Hof der Moschee betraten, blieben wir erst einmal kurz stehen. Und genossen den unglaublichen Anblick. Alleine schon der orientalische Brunnen verzauberte uns komplett! Aber nicht nur von außen ist die Moschee ein Traum. Auch der Innenraum ist unfassbar eindrucksvoll. Die riesigen Leuchter und die Mosaike an der Decke sorgen für eine ganz besondere Stimmung.

Das Neue Ägyptische Museum – Schätze im Licht der Gegenwart
In Kairo steht auch eine der spannendsten kulturellen Neueröffnungen der letzten Jahre. Das Neue Ägyptische Museum. Nach mehr als 20 Jahren Bauzeit wurde es 2025 feierlich eröffnet. Da wir uns schon immer für die ägyptische Geschichte und Kultur begeisterten, konnten wir es kaum erwarten, das Museum zu besuchen.
Schon von Weitem ist das Neue Ägyptische Museum ein imposanter Anblick. Das Design ist von außen ebenso eindrucksvoll wie von innen: riesige Glasfassaden, die das natürliche Licht einlassen, und ein an die Pyramiden erinnernder Eingang. Aber nicht das Gebäude an sich zählt zu den Sehenswürdigkeiten Kairo, sondern die Schätze, die hier aufbewahrt werden.
Beim Betreten des Museums fiel unser Blick sofort auf die riesige Statue von Ramses II., die mitten in der großen Halle steht. Und auch die angrenzende Freitreppe mit imponierenden Ausstellungsstücken machte uns kurz sprachlos. Über die Treppe kamen wir in die riesige Ausstellung der Hauptgalerie. Mit unfassbar vielen Statuen, Mumien, Alltagsgegenständen …
Der absolute Höhepunkt für uns war aber die Tutanchamun-Galerie. Zum ersten Mal in der Geschichte werden über 5.000 Artefakte aus seinem Grab vollständig an einem Ort ausgestellt. Schmuck, Alltagsgegenstände, Ritualobjekte, seine riesigen Sarkophage und vor allem die weltberühmte Goldmaske.
Sakkara und Dahschur – Die Wiege der Pyramiden
Etwas außerhalb der Stadt liegen noch weitere Sehenswürdigkeiten Kairo. Die drei ersten Pyramiden in der Geschichte. In Sakkara angekommen erreichten wir durch eine anmutige Säulenhalle die erste unter ihnen. Die berühmte Stufenpyramide des Königs Djoser, die bereits 2650 v. Chr. erbaut wurde. Es war schon ein besonderer Moment, vor der ältesten Pyramide der Welt zu stehen.
Links von der Säulenhalle liegen zahlreiche Mastabas, die rechteckigen Gräber der Adligen. Einige wenige davon kannst du betreten. Im Inneren erwarteten uns die schönsten Reliefs, die wir je gesehen haben.
Anschließend führte uns der Weg weiter nach Dahschur. Zur Knickpyramide, die der erste Versuch einer Pyramide ohne Stufen war. Was offensichtlich nicht so ganz geklappt hat. Über einen sehr niedrigen Gang sind wir in das Innere der Pyramide hinunter in eine Kammer gekrabbelt. Ein mehr als einzigartiges Erlebnis, auch wenn es wirklich sehr anstrengend war. Neben der Knickpyramide steht die erste gelungene Pyramide ohne Stufen. Die majestätische Rote Pyramide.

Tipp: Wenn du auch in die Pyramide gehen möchtest, solltest du gute Schuhe tragen. Und ein Kleid wäre hier mehr als unpraktisch. Am einfachsten ist es übrigens, den Gang rückwarts nach unten zu gehen.
Sehenswürdsigkeiten Memphis – Wo alles begann
In Memphis, der ersten Hauptstadt des Alten Ägyptens, stehen heute nur noch Fragmente. Ein Ort, der in Geschichtsbüchern voller Macht und Mythen ist, heute aber nur noch ein kleines Museum. Dennoch lohnt sich ein Stopp auf dem Weg von Dahschur zurück nach Kairo. Denn in einer Halle gleich beim Eingang liegt eine riesige Statue von Ramses II.
Als wir die Halle betraten, blieben wir erst einmal stehen. Die 10 m lange Statue wirkt gewaltig, selbst im Liegen. Die feinen Gesichtszüge, die Hieroglyphen am Gürtel, die Details der Krone – all das ist so präzise gearbeitet, dass man vergisst, wie alt sie ist. Besonders der Blick von der Galerie auf die Statue ist sehr eindrucksvoll.
Wunderschön ist übrigens auch die Sphinx der Hatschepsut auf dem kleinen Vorplatz mit mehreren Statuen.
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