Routenplanung und Reisezeit 

Am Anfang der Planung unserer Rundreise durch Namibia stand zuerst die Auswahl der Orte, die wir bei unserem Roadtrip besuchen wollten. Wir entschieden uns sehr schnell gegen einen Besuch des Fish River Canyon, da wir stattdessen unbedingt durch den noch wenig touristischen Caprivi Streifen bis zum  Chobe Nationalpark in Botswana fahren wollten, der für seine riesigen Elefantenherden berühmt ist. Den Abschluss unserer Reise sollte ein Besuch bei den mächtigen Viktoriafällen bilden. Nachdem die ungefähre Route somit feststand ging es an die Planung der Einzelheiten. 

Bei der Planung der einzelnen Stopps war das schwierigste, die täglichen Fahrzeiten nicht zu unterschätzen, da die Straßen in Namibia oft nur eine Geschwindigkeit von 60 km/h zulassen. Nachdem wir die einzelnen Stopps festgelegt hatten machten wir uns Gedanken zur optimalen Reisezeit. Es sollte nicht zu viel regnen, aber auch nachts nicht eisig kalt sein. Sehr wichtig war uns natürlich auch, dass die Bedingungen für Tiersichtungen gut sind. Somit blieben nur der Frühling oder der Herbst als Auswahl. Als Reisezeit wählten wir letztendlich Mitte April (Herbst in Namibia), da hier sowohl die Regenzeit in Namibia (November bis März) vorbei ist, als auch die Viktoriafälle gut gefüllt sein sollten. Außerdem ist es deutlich wärmer als im Juli oder August. Und besonders schön: in den Nationalparks kann man viele Jungtiere beobachten und die Landschaft ist nicht so ausgetrocknet wie im namibischen Frühjahr (September / Oktober).

Auto fahren in Namibia

Da wir in den Nationalparks unbedingt selbst fahren wollten und die meisten Straßen in Namibia in einem furchtbaren Zustand sind buchten wir uns einen geländetauglichen Allradwagen, was sich als sehr hilfreich herausstellte (internationalen Führerschein nicht vergessen!). Schon alleine die Straße nach Sesriem war so unglaublich katastrophal, dass ein normaler Wagen hier wohl mehrere platte Reifen erlitten hätte. Es erwies sich nebenbei bemerkt als hervorragende Idee, dass wir uns vorsichtshalber einen zweiten Reservereifen auf den Wagen legen ließen. Dieses Extra haben wir bereits bei der Buchung vermerken lassen! Vor Ort sollte man sich unbedingt das Wechseln der Reifen inkl. aller Werkzeuge zeigen lassen, da es aufgrund der schlechten Netzabdeckung in Namibia sehr wahrscheinlich ist, dass man im Notfall keine Hilfe rufen kann. Unsere Reifenversicherung war folglich ebenfalls alles andere als unnötig und hat uns eine Menge Geld und Ärger gespart. Da es in Namibia aufgrund der vielen Schotterstraßen nicht unüblich ist, dass man einen platten Reifen hat, sollte man jeden Morgen vor der Abfahrt zur Sicherheit seine Reifen kontrollieren. Bei der Auswahl des Autovermieters lohnt es sich, die Bewertungen zu lesen! Am besten ist man sicherlich bei einem internationalen Unternehmen aufgehoben, besonders wenn es um die Versicherungen geht. 

Tipp: Sollte man nicht nur zu zweit reisen und somit die Ladefläche als Platz für die Koffer verwenden müssen, sollte man Müllsäcke zum Einpacken der Gepäckstücke mitnehmen, wenn man nicht ständig völlig verstaubte Kleidung haben möchte. 

Da wir mit dem Mietwagen die Grenze nach Botswana überqueren wollten benötigten wir auch noch eine Genehmigung der Autovermietung, was wir ebenfalls schon direkt bei der Buchung berücksichtigten. Bei der Abholung erhielten wir die schriftliche Genehmigung der Grenzfahrten, die wir an den Grenzen stets vorzeigen mussten.

Tipp: Beim Roadtrip jede verfügbare Tankstelle zum Volltanken nutzen, es gibt nicht allzu viele davon. Alle Tankstellen haben einen Tankservice, aber nicht jede akzeptiert Kreditkarten. Aus diesem Grund sollte man immer genug Bargeld dabei haben (Namibiadollar oder südafrikanische Rand werden gleichermaßen als Währung verwendet). Für die Tagesetappen sollten nicht zu weite Entfernungen gewählt werden, da die Straßenverhältnisse teils unvorstellbar schlecht sind. Fahrten in der Dunkelheit sollten wenn möglich zur eigenen Sicherheit vermieden werden, da sich Tiere und unbeleuchtete Fahrzeuge auf den Fahrbahnen befinden!

In Namibia herrscht Linksverkehr, was aufgrund des geringen Verkehrsaufkommens aber keinerlei Probleme darstellte. Im Land ist Anschnallpflicht und das Licht muss auch tagsüber eingeschaltet sein. In vielen Fällen war uns trotz des Navis eine aktuelle Straßenkarte sehr hilfreich, vor allem als wir von Hoachanas nach Sesriem über eine bestimmte Passstraße und nicht über Mariental fahren wollten. 

Unsere Reiseroute inklusive Fahrzeiten:

  • Flughafen Windhoek – Hoachanas in der Kalahari; Fahrzeit 3 Stunden
  • Hoachanas – Sesriem über den Bergpass; Fahrzeit 5 Stunden
  • Sesriem – Swakopmund; Fahrzeit 5 Stunden
  • Swakopmund – Twyfelfontein – Vingerklip; Fahrzeit 4 + 2 Stunden
  • Vingerklip – Okaukuejo im Etosha Nationalpark; Fahrzeit 3 Stunden
  • Namutoni (beim Etosha-Nationalpark) – Riverdance Lodge bei Divundu; Fahrzeit 6 Stunden
  • Riverdance Lodge – Ngoma (am Chobe Nationalpark); Fahrzeit 4 Stunden
  • Ngoma – Viktoriafälle; Fahrzeit 3 Stunden
Unsere Route durch Namibia

Reisehinweise

In Namibia sollte man vor dem Anziehen immer seine Schuhe überprüfen, um sicherzustellen, dass sich kein Skorpion darin befindet. Außerdem muss man sich vor Zecken schützen, die eine Vielzahl an Krankheiten übertragen. Im Norden Namibias, in Botswana und Simbabwe wird dringend eine Malariaprophylaxe empfohlen. In Simbabwe gibt es zusätzlich vereinzelt die tagaktive Tsetsefliege, die die Schlafkrankheit überträgt.

Tipp: Wer sich am Flughafen eine Datenkarte kaufen will braucht kein allzu großes Volumen, da bis auf den Caprivi Streifen im Norden die Netzabdeckung quasi nicht vorhanden ist.

Tipp: Da die Einreise am Flughafen und die Formalitäten für den Mietwagen eine gefühlte Ewigkeit dauern sollte man am Tag der Ankunft keine allzu weite Fahrstrecke einplanen!