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Jerusalem Sehenswürdigkeiten

48 Stunden in Jerusalem

Nachdem wir entgegen all unserer Erwartungen die Einreise nach Israel am Flughafen von Tel Aviv sehr schnell und problemlos hinter uns hatten setzten wir uns in unseren Mietwagen* und fuhren zuerst einmal nach Jerusalem. Es wäre zwar hinsichtlich der Routenplanung sinnvoller gewesen, zuerst Tel Aviv zu besuchen, allerdings gibt es bei einer Besichtigung von Jerusalem so viele Einschränkungen durch die Feiertage der verschiedenen Religionen, dass eine andere Reihenfolge einfach nicht machbar gewesen ist. Was genau ihr dabei alles beachten müsst könnt ihr im Übersichtsartikel zur Reiseplanung Israel nachlesen. 

Tipp: In Jerusalem angekommen parkten wir auf dem großen Parkplatz direkt vor dem Damaskustor, auf dem man nicht die umständlichen Apps benutzen muss, um überhaupt parken zu können. Man bekommt beim Befahren einen Parkschein und bezahlt ganz einfach beim Verlassen des Parkplatzes beim Pförtner!

Jerusalem – Erster Stopp Grabeskirche

Durch das beeindruckende alte Damaskustor betraten wir die bezaubernden Gassen der Altstadt von Jerusalem und brauchten für den kurzen Weg zu unserem Hotel im muslimischen Viertel wegen zahlreicher Fotopausen wesentlich länger als geplant 🤣. Obwohl es schon später Nachmittag war und wir großen Hunger hatten machten wir uns nach dem Check in sofort auf den Weg zur weltberühmten Grabeskirche, die nur einige hundert Meter neben unserem Hotel lag. Gleich hinter dem großen  Eingangstor wurden wir von der einzigartigen und magischen Atmosphäre völlig in den Bann gezogen und wir blieben erstmal für einige Minuten einfach nur stehen. Am Salbungsstein direkt beim Eingang beobachteten wir die vor dem Stein knienden und ins Gebet versunkenen Menschen und berührten dann selbstverständlich auch selbst den Stein der Salbung Jesu – ein Gänsehautmoment, wie man ihn nur selten im Leben erlebt.

In den Gassen von Jerusalem
In den Gassen von Jerusalem

Direkt links von uns konnten wir schon die faszinierende Kapelle erkennen, die innerhalb der Grabeskirche über der Grabstätte von Jesus errichtet wurde. Wir stellten uns in der dank der späten Uhrzeit relativ kurzen Warteschlange an und waren schon nach einer halben Stunde am Eingang zur Grabkammer angelangt. Obwohl das Grab innen sehr schlicht gehalten ist war es alleine schon aufgrund der besonderen Stimmung ein unvergessliches Erlebnis, an genau diesem Ort zu stehen. Bevor wir die Kirche wieder verließen gingen wir über die Treppen direkt am Eingang noch zu dem Platz, an dem das Kreuz Jesu gestanden haben soll. In dem mit Gold und unzähligen orientalischen Laternen geschmückten Raum befindet sich ein Altar, unter dessen Steinplatte wir die besagte Stelle sogar berühren konnten! Der Besuch der Grabeskirche war für uns insgesamt eine einzigartige und unvergessliche Erfahrung.

Für den Besuch solltet ihr mindestens zwei Stunden einplanen, da die Warteschlangen mitunter sehr lang sein können!

Nach einem Abendessen in den stimmungsvollen Gassen rund um die Kirche fielen wir müde und zufrieden ins Bett.

Tipp: Im muslimischen Viertel kann man keinen Alkohol kaufen, auch nicht in Restaurants oder Hotels.

Die weiteren Sehenswürdigkeiten von Jerusalem an einem Tag

Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, da wir für die restlichen Sehenswürdigkeiten der Stadt nur einen Tag eingeplant hatten, was aufgrund der kurzen Entfernungen aber sehr gut machbar war. Wir verließen als erstes die Altstadt durch das Ziontor und wurden schon nach wenigen Metern von einer wunderschönen Kirche empfangen. Nach der Besichtigung des Saales, in dem das letzte Abendmahl stattgefunden haben soll überquerten wir kurz hinter dem Holocaustmuseum die Hauptstraße, um auf dem Friedhof ein besonderes Grab zu besuchen. Hier ist nämlich Oskar Schindler begraben, der durch den Kinofilm Schindlers Liste weltweit bekannt wurde. Das Grab befindet sich im untersten rechten Teil des Friedhofs und ist leicht durch die vielen kleinen Steine zu erkennen, die jüdische Besucher auf dem Grab abgelegt haben.

Kirche auf dem Zion in Jerusalem
Kirche auf dem Zion in Jerusalem

Wieder zurück innerhalb der Stadtmauern machten wir uns auf den Weg zur Klagemauer. Nach einem Sicherheitscheck mussten wir uns aufteilen: Frauen dürfen nur rechts der Trennwand und Männer links davon bis an die Mauer gehen. Vor der noch intakten Westmauer des ehemaligen Tempels von Jerusalem zu stehen war ein sehr bewegendes Gefühl.

Tipp: Männer müssen eine Kopfbedeckung tragen, also das Käppi nicht vergessen!

Von hier aus wären wir ganz schnell auf dem Tempelberg gewesen, mussten den Besuch allerdings verschieben, da Nichtmuslime das Areal über der Klagemauer nur von halb acht bis halb zwölf und von halb eins bis halb zwei besuchen dürfen. Wir gingen also die Via Dolorosa, den Kreuzweg, entlang und besichtigten einen Handabdruck von Jesus an der Wand, das Gefängnis von Jesus und Barnabas … 

Blick auf die Klagemauer
Blick auf die Klagemauer

Der Weg führte uns hinaus bis zum Ölberg, an dessen Fuß das Mariengrab und die Kirche der Nationen mit dem Garten Getsemane liegen. Wir machten uns nach einer kurzen Rast im Garten auf den steil ansteigenden Weg durch den riesigen jüdischen Friedhof mit einer wundervollen Sicht auf die Stadtmauer Jerusalems und den Felsendom mit seiner weithin leuchtenden goldenen Kuppel. Unser Ziel war das Grab der Propheten, eine uralte unterirdische und sehr beeindruckende Grabanlage.

Ölberg bei Jerusalem
Ölberg bei Jerusalem

Zurück in die Altstadt von Jerusalem ging es zwar schneller, allerdings waren die Straßen bergab so rutschig, dass ich vorsichtshalber barfuß lief 🤣. Um auf den Tempelberg mit dem Felsendom zu kommen mussten wir als Nichtmuslime wieder zurück zum Eingang rechts von der Klagemauer, da alle anderen Zugänge nur für Muslime geöffnet sind. Nach einem Sicherheitscheck durften wir die Holztreppe hoch zum Berg betreten und wurden sofort von nicht gerade freundlichen Männern empfangen, die uns trotz angemessener Kleidung noch weiter verhüllten und verlangten, sämtliche religiöse Symbole wie Kettchen mit Kreuzen abzunehmen! Wir haben uns alles andere als willkommen gefühlt, aber der Anblick des Felsendoms aus der Nähe war es auf jeden Fall wert! Wir verließen das Areal über den Markt der Baumwollhändler und suchten uns ein kleines Café für eine gemütliche und wohl verdiente Pause.

Felsendom auf dem Tempelberg
Felsendom auf dem Tempelberg

Den restlichen Tag ließen wir uns in den bildhübschen Gassen und im zentralen Souk treiben, schauten nochmal in der Grabeskirche vorbei und genossen das besondere Flair der zauberhaften Stadt. 

Zum Abendessen hatten wir uns ein Restaurant am alten Jaffator ausgesucht, an dem auch die Zitadelle der Stadt liegt. Frisch gestärkt machten wir anschließend noch einen kleinen Spaziergang über Jerusalem. An der Kreuzung Khabad Street und St. Mark‘s Road gelangten wir über eine Eisentreppe auf die Dächer der Altstadt, die uns mit einem wundervollen Ausblick auf die beleuchtete Stadt erwarteten.

Ein Tagesausflug nach Betlehem 

Da eine Fahrt nach Betlehem, das in palästinensischem Autonomiegebiet liegt, mit dem Mietwagen nicht erlaubt ist und öffentliche Verkehrsmitteln wegen der oft angespannten Sicherheitslage wenn möglich gemieden werden sollten hatten wir uns eine Tour* nach Betlehem gebucht. An der Grenze angekommen (Ausweis nicht vergessen) mussten wir zuerst den Bus wechseln, bevor wir den Weg nach Betlehem fortsetzen durften. In der Geburtsstadt Jesu angekommen betraten wir die Geburtskirche und stellten uns in der endlos scheinenden Warteschlange an, um die Geburtsgrotte zu besuchen. Dadurch, dass die Kirche an sich wunderschön ist verging die Zeit – auch dank der wirklich interessanten Erklärungen unseres Guides – relativ schnell. Am Eingang zur Grotte stiegen wir die Stufen zum Gewölbe hinunter und hatten ein paar Momente nur für uns alleine an der mit bunten Öllampen geschmückten Grotte – schon wieder ein unvergesslicher Gänsehautmoment 😊.

Auf dem Weg zur Grabeskirche
Auf dem Weg zur Grabeskirche

Nach einem kurzen Besuch der Milchgrotte und der Hirtenfelder durfte natürlich auch der obligatorische Stopp am riesigen Souvenirgeschäft nicht fehlen 😂, bevor wir mit dem Bus wieder zurück nach Jerusalem fuhren.

Tipp: Wer Betlehem auf eigene Faust besuchen möchte kann dies mit dem Bus vom Damaskustor aus, allerdings sollte man unbedingt die Sicherheitslage im Auge behalten!

Voller neuer und unvergleichlich bewegender Eindrücke fuhren wir zur nächsten Station unserer Reise: Tel Aviv.

*Affiliate-Link: wenn du hier auf unsere Empfehlung ein Hotel, eine Tour oder einen Mietwagen buchst erhalten wir einen kleinen Anteil als Provision.

  1. Das ist wirklich ein sehr bewegendes und geschichtsträchtiges Reiseziel. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass man dort so manches Mal Gänsehaut bekommt. Allein die Bilder sind sehr beeindruckend.

  2. Danke für Deine Anregungen, ich habe noch nie darüber nachgedacht Jerusalem auf eigene Faust zu besuchen. Es ist noch eines meiner Traumziele. Jetzt habe ich neue Ideen und überlege schon wann ich das umsetzen kann. LG Katja

    • T. Kainz

      Hallo Katja,

      das freut mich wirklich sehr zu hören. Ich kann dir Israel ehrlich nur empfehlen, es ist unbeschreiblich schön.

      LG
      Tina

  3. Liebe Tina,
    ich glaube sofort, dass das ein intensiver Besuch war. Die Sicherheitsvorkehrungen sind ja wirklich dramatisch. Und dass auch so stark auf Muslime und nicht-Muslime geachtet wird, finde ich krass. (Aber nicht im negativen Sinne.)
    Israel wäre auch ein Reiseziel für mich, würde mich aber auch sehr gut informieren vor der Anreise. Man will ja keinen Ärger bekommen..

    Liebe Grüße!

    • Tina Kainz

      Information ist bei so einer Reise auch wirklich das Wichtigste. Aber die Erlebnisse waren jede Mühe wert!
      LG
      Tina und Manfred

  4. Jerusalem oder besser gesagt Israel hat mich wirklich fasziniert. Im negativen, wie auch im positiven Sinne.
    Wenn ihr es als intensiv bezeichnet, dann trifft dieser Begriff es wohl am besten. Zumindest fühlte es sich für mich auch so an.
    Allerdings war ich froh, in einer Gruppe unterwegs gewesen zu sein. Auf eigene Organisation würde ich es mich wahrscheinlich nicht trauen.

    Liebe Grüße, Katja

    • B. Kainz

      Wir hatten uns im Vorfeld auch lange überlegt, ob wir nicht mit einer Gruppe reisen sollten. Wir haben uns dann doch dagegen entschieden und es war vor Ort alles völlig problemlos.
      Liebe Grüße zurück 🤗

    • Liebe Tina,
      Jerusalem steht auf jeden Fall auch noch auf meiner Bucket-List! Aber sehr wahrscheinlich nicht auf eigene Faust sondern in einer Gruppe. Vielen Dank für die vielen Informationen.
      Liebe Grüße
      Martina

  5. Wow, ein wirklich interessanter Bericht. Ich würde die Stadt bzw. Städte auch wahnsinnig gerne mal besuchen. Kann mir gut vorstellen, dass ihr an der ein oder anderen Stelle Gänsehaut hattet.

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